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АВТОРСКАЯ СТРАНИЦА

Joachim Ringelnatz

Место рождения: Wurzen, Sachsen · Место смерти: Berlin · Dichter, Künstler, Schriftsteller, Schauspieler

Literatur der Weimarer Republik

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Joachim Ringelnatz
Joachim Ringelnatz war ein bekannter deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler. Er wurde vor allem durch seine humorvollen und oft skurrilen Gedichte bekannt. Ringelnatz' Dichtkunst zeichnet sich durch Wortwitz, originelle Einfälle und einen melancholischen Unterton aus. Er war ein bedeutender Vertreter des literarischen Kabaretts in der Weimarer Republik und trat häufig in Berliner Kabaretts auf. Sein Werk spiegelt die gesellschaftlichen Umbrüche und die Lebensfreude, aber auch die Schwierigkeiten seiner Zeit wider.

Произведения

Die Schnupftabaksdose

1912

Es war eine Schnupftabaksdose
Die hatte Friedrich der Große
sich selbst geschnitzelt aus Nußbaumholz.
Und darauf war sie natürlich stolz.

Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel-Daddeldu

1920

Die Springburn hatte festgemacht
Am Petersenkai.
Kuttel Daddeldu jumpte an Land,
Durch den Freihafen und die stille heilige Nacht

Bumerang

1923

War einmal ein Bumerang;
War ein Weniges zu lang.
Bumerang flog ein Stück,
Aber kam nicht mehr zurück.

Ferngruß von Bett

1928

Wie ich bei dir gelegen
Habe im Bett, weißt du es noch?
Weißt du noch, wie verwegen
Die Lust uns stand? Und wie es roch?

Ich habe dich so lieb

1928

Ich habe dich so lieb!
Ich würde dir ohne Bedenken
eine Kachel aus meinem Ofen
Schenken.

Als ich noch ein Seepferdchen war

1928

Als ich noch ein Seepferdchen war,
Im vorigen Leben,
Wie war das wonnig, wunderbar
Unter Wasser zu schweben.

Das Kartenspiel

1928

Vier Männer zogen sich zurück,
Schlossen sich ein, und drei
Von ihnen versuchten ihr Glück,
Spielten Karten.

Kindergebetchen

1929

Erstes

Lieber Gott, ich liege
Im Bett. Ich weiß, ich wiege

Nie bist du ohne Nebendir

1931

Eine Wiese singt.
Dein Ohr klingt.
Eine Telefonstange rauscht.

Die Ameisen

1933

In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee,
Da taten ihnen die Beine weh,

Morgenwonne

1933

Ich bin so knallvergnügt erwacht.
Ich klatsche meine Hüften.
Das Wasser lockt. Die Seife lacht.
Es dürstet mich nach Lüften.

Mein Wannenbad

Es muss wieder mal sein.
Also: Ich steige hinein
In zirka zwei Kubikmeter See.
Bis übern Bauch tut es weh.